Weihnachtswunder darf es gerne viele geben. Vor allem dort, wo zwischen Menschen Feindseligkeit, Hass und fehlender Respekt existiert. Und daher braucht es solche Bücher – Bücher, die uns Licht und Hoffnung schenken. Bücher, die uns zeigen, dass das Licht für jeden leuchten darf und soll. Bücher, die Vielfalt und Toleranz feiern.

„Für jeden ein Licht. Ein kleines Weihnachtswunder“ von Lee Wind und Paul O. Zelinsky, übersetzt aus dem Englischen von Iris Berben. Erschienen 2022 im Sauerländer Verlag. 40 S., ab 4 Jahren.

Das Leuchten der Lichter ist bei uns ebenso wie in diesem beeindruckenden Bilderbuch allgegenwärtig. Überall erstrahlen in diesen Tagen die Fenster – manche mit vielen kleinen, andere mit großen Lichtern, einige in schlichtem Gelb, weitere in bunten Farben. Auch in der Stadt des Buches zeigt sich an den rot und grün leuchtenden Fenstern die Vorfreude auf Weihnachten überall. Auch bei Teresa, die gegenüber von ihrem besten Freund Simon wohnt.

Auch bei Simon ist das Fenster hell erleuchtet, jedoch in weiß und blau. Er wartet in der dunklen Jahreszeit nicht auf Weihnachten wie Teresa, sondern zusammen mit seiner Familie auf Chanukka. Doch trotz der hellen Kerzen auf dem Kerzenleuchter bleibt es für sie dunkel: Ein gewaltsamer Angriff auf ihr Zuhause raubt der Familie den Schlaf und die Vorfreude auf die Feiertage. Nun herrscht Angst in ihrem Leben. Doch als sie zu ihrem jüdischen Glauben und dem bevorstehenden Lichterfest stehen und die Kerzen wieder anzünden, ist es zunächst ein Kind und danach die gesamte Stadt, die zeigt, dass Simon, seine Familie und alle anderen Menschen jüdischen Glaubens nicht alleine sind.

Wenn es überall beginnt zu leuchten, sind das Weihnachtsfest und Chanukka nicht mehr fern…

Denn neben den roten und grünen Weihnachtskerzen erstrahlen nun in den Fenstern auch die blaue und weiße Menora-Kerzen des Chanukkafestes. So feiern die Menschen zusammen ein Fest der Liebe, der Hoffnung und des Lichtes – egal, ob dieses Weihnachten oder Chanukka genannt wird.

Der prägnante Text erzählt von einer wahren Begebenheit, die hier kindgerecht und verständlich vermittelt wird. Die weiße oder schwarze Schrift fügt sich, passend zum dunklen oder hellen Hintergrund, frei in die ganzseitigen Illustrationen ein und verbindet sich mit den Bildern, in denen auch farbige Sätze oder Zitate eingebunden sind. Vor allem bei dunklen Illustrationen stechen die farbigen Töne, in denen die strahlenden Lichter gehalten sind, besonders ins Auge. Sie sorgen auch dafür, dass die Symbole des Weihnachts- und Lichterfestes, die sich durch das gesamte Buch ziehen, stark auffallen.

Besonders wichtig sind in der bildlichen und sprachlichen Darstellung die Gemeinsamkeiten der Kinder und ihrer Familien, unabhängig von ihrer Religion und dem Fest, auf das sie sich vorbereiten: Es wird sowohl hinter Teresas als auch hinter Simons Fenster dekoriert, vorbereitet, gemalt und gedichtet, Süßes gegessen und sich auf das bevorstehende Fest gefreut. Die Verbundenheit wird auch auf den letzten Seiten nochmal hervorgehoben: In einem großen Lichtermeer erstrahlt die ganze Stadt und zeigt durch das Leuchten ihre Solidarität und Menschlichkeit.

Doch in diesen besonderen Zeiten gibt es Menschen voller Hass und Feindseligkeit.

Das Schlusszitat “Weihnachtsbaum und Menora-Kerzen – Rot und Grün und Blau und Weiß – leuchten zusammen in unseren Herzen!” wird auf einer Seite, die bildlich an ein farbiges Feuerwerk erinnert, dargestellt und die auf dem unteren Rand eine Reihe von Menschen zeigt. Menschen, die alle unterschiedlicher Herkunft, Kultur und verschiedenen Glaubens zu sein scheinen und dennoch, Arm in Arm stehend, verbunden sind. Ein wundervolles Symbol für das in dem Buch beschriebene (Weihnachts)Wunder, das hoffentlich mehr Toleranz und Frieden in die Herzen der Menschen und die Welt trägt.

Übrigens, die folgende Bemerkung des Autors, die gerne auch am Anfang dieses Buches stehen dürfte, sorgt bei mir immer wieder für einen großen Gänsehautmoment:

„Diese Geschichte ist inspiriert von einer wahren Begebenheit, die sich 1993 in Billings, Montana, USA zugetragen hat. Teresa und Simon gibt es wirklich, auch wenn ich manche Details ihrer Geschichte erfunden habe. Meine Hoffnung und Zuversicht drücken sich in dem Verhalten der Menschen des Ortes Billings aus. Sie haben der Familie nicht nur beigestanden. Nein, sie sind auch aufgestanden, um zu sagen, dass sie nicht einverstanden sind. Und wenn eine ganze Stadt für Freundschaft, Respekt und Liebe aufsteht, dann ist das ein eindeutiges Signal an die Steinewerfer. Nur so kann Liebe gewinnen.“

Lee Wind

Von diesem Engagement und dieser Solidarität dürfte es gerne mehr in der Welt geben!

Nach einer wahren Begebenheit: Die Solidarität einer ganzen Stadt zum Fest der Liebe und des Lichtes.

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Vielen Dank, lieber Sauerländer Verlag, für dieses beeindruckende und wichtige Rezensionsexemplar – Werbung (Markennennung), unbezahlt und unbeauftragt

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