Steffis „Leseleckerbissen“ im Januar ist

Radieschen von unten. Das bunte Buch über den Tod für neugierige Kinder

Herzlichen Glückwunsch, Katharina von der Gathen und Anke Kuhl sowie dem Klett Kinderbuch Verlag!

Jeden pro Monat prämiert jede von uns ein besonders herausragendes Buch mit dem „Leseleckerbissen“ – einer kleinen Auszeichnung, mit der wir nicht nur unsere Leser*innen, sondern auch die Autor*innen und Illustrator*innen sowie Verlage überraschen möchten. Und übrigens auch uns gegenseitig, denn keiner von uns beiden weiß vorab etwas von dem wunderbaren Buch, dass die andere sich als Leseleckerbissen des Monats ausgesucht hat.

Ein Leseleckerbissen für alle, die nicht nur ein interessantes und inhaltlich versiertes Sachbuch über ein „schwieriges“ Thema zur Hand haben möchten, sondern auch eines, dass spannend, abwechslungsreich und witzig ist und grandiose Illustrationen für uns bereithält.

Das Duo richtig guter Sachkinderbüchern, das sich auch traut, ungewöhnliche, unkonventionelle Themen anzusprechen, hat ein neues Buch zusammen geschaffen, dass schon durch seinen Titel auffällt und uns zeigt, was uns erwartet: “Radieschen von unten. Das bunte Buch über den Tod für neugierige Kinder” von Katharina von der Gathen und Anke Kuhl ist ein Werk, dass uns ein ernsthaftes, für einige vielleicht auch ein angstbehaftetes oder sehr fernes Thema, auf locker-leichte, interessante und kindlich-angemessene Weise näher bringt: Sterben, Tod, Trauer und Leben mit dem Verlust.

Vorneweg starten die beiden Macherinnen mit einem Wort, dass uns in die Thematik des Buches einführt und uns zeigen möchte, dass auch eine Pause von dem Buch gut und wichtig ist und wir manchmal Menschen brauchen, um über das Gelesene und die Gefühle dabei zu sprechen. Dabei ist ihnen folgendes wichtig: “Dies ist nicht nur ein Buch über das Sterben und den Tod, es ist vor allem auch ein Buch über das Leben.”

“Radieschen von unten. Das bunte Buch über den Tod für neugierige Kinder” von Katharina von der Gathen und Anke Kuhl (Illustrationen). Erschienen 2023 im Klett Kinderbuch Verlag. 160 S., ab 8 Jahren.

Was für ein Sachbuch: sachkundig UND unterhaltsam!

Aufgeteilt in die Hauptteile “Wenn das Leben aufhört”, “Wie geht Sterben?”, “Beerdigen”, “Trauern” und “Mit den Toten leben” tauchen wir in interessante Fakten, kuriose Geschichten und spannende, echten Berichte rund um das Lebensende ein – garniert mit Witzeseiten, einem entspannten Ton und humorvollen Illustrationen im Comicstil, die einem die traurig-ernste Angelegenheit mit Lachern versüßen!

Dass uns Tod und Sterben eigentlich überall in unserem Leben begegnen – sei es durch Sprichwörter, Symbole, Feste oder unsere Nahrung – und damit das Leben und der Tod ganz eng zusammengehören, zeigen uns schon die ersten Seiten dieses Buches. Die Ursachen, woran Menschen sterben können, die Lebenserwartung verschiedener Lebewesen oder kuriose Todesfälle – all das findet man im ersten Kapitel, dass mit dem Interview eines Krankenpflegers weitere interessante Perspektiven zum Sterben erhält.

Wie es ist zu sterben oder dies bei einem anderen Menschen mitzuerleben, davon handelt der zweite Abschnitt des Buches, der danach darauf eingeht, wie sich der Körper eines Toten verändert, was bei der Totenversorgung passiert oder welche alten Rituale es in Bezug auf verstorbene und den Tod gibt. Ein Bestatter und Arzt gehen auf den Prozess des Sterbens und wie es ist, einen Verstorbenen zu versorgen, ein und schildern ihren persönlichen Umgang damit. Auch dem Thema “Verwesung” wird Platz eingeräumt.

Tod und Trauer werden hier ernst, aber nicht todernst genommen.

Dem Thema “Beerdigen” sind viele Seiten gewidmet, auf denen ganz pragmatisch und und sehr interessant über Friedhöfe und Gräber, unterschiedliche Bestattungsarten und all die Entscheidungen, die mit einer Beerdigung zusammenhängen, berichtet wird. Nebenbei lernt man auch verschiedene Berufsbilder kennen, die bei Beerdigungen eine Rolle spielen: Ein Friedhofsgärtner, zwei Bestatterinnen und eine Pfarrerin erzählen von ihrem Berufsalltag und beantworten spannende Fragen rund um den Tod und Beerdigungen.

Im Kapitel über Trauer geht es natürlich um die Gefühle, die Menschen (und auch Tiere) bei einem Verlust durchleben und -leiden und was bei Trauer helfen kann. Vorstellungen über das Jenseits sowie ein Gespräch mit einer Sterbe- und Trauerbegleiterin runden diesen Teil ab, bevor ist im letzten Abschnitt des Buches um religiöse sowie kulturelle Vorstellungen oder Rituale rund um den Tod geht. Hier erfahren wir etwas über berühmte Mumien, Ideen zur Unsterblichkeit oder Bilder für den Tod. Zum Schluss kann man wichtige Wörter nachgeschlagen, findet Bastelvorlagen oder kann bei einem Gedicht über das Leben und den Tod nachdenken.

Dieses Buch ist mehr als gelungen. Es bringt Kindern auf selbstverständliche und wunderbar einfache Weise die Themen Sterben und Tod näher, beantwortet Fragen und hat das Potenzial Ängste abzubauen – und räumt dabei dem Sterben und Tod den Platz im Alltag ein, den diese eigentlich verdienen: mittendrin!

Ein Buch, das Kindern (fast) alle Fragen rund um den Tod beantworten kann.

Damit das ganze eben nicht “sterbenslangweilig” wird, dafür sorgen die Macherinnen mit unkomplizierten Erklärungen, luftig-leichtem Ton und Illustrationen, das manchmal einfach zum “totlachen” ist. Hier wird, absolut altersgerecht und mit viel Einfühlungsvermögen, kein Blatt vor den Mund genommen und dem “todernsten” Thema mit scharfsinnigem Humor ein Schnippchen geschlagen. Dabei ist alles so informativ, dass auch Erwachsene noch was dazulernen und vielleicht auch ein wenig die eigene Scheu diesem Thema gegenüber verlieren.

Der Klappentext lügt übrigens nicht, wenn er bei diesem Buch warnt: “Vorsicht, Lesensgefahr!” Ich denke, das dies ein “todsicherer” Buchtipp für alle neugierigen Kinder UND Erwachsene ist! Schweigt nicht “wie ein Grab”, sondern lest dieses Buch und erzählt allen davon!

Gehört in alle Regale zu Hause, in Büchereien und Schulklassen!

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Danke, lieber Klett Kinderbuch Verlag, für dieses unglaublich gute Rezensionsexemplar – Werbung (Markennennung), unbezahlt und unbeauftragt

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