Weihnachten und Wünsche – das hängt vor allem für Kinder eng zusammen, hoffen sie doch auf viele Gabe unter dem Weihnachtsbaum. Doch auch die Erwachsenen mögen mit dem Fest der Liebe einige Wünsche zu verbinden – vielleicht materielle, vielleicht auch ideele Wünsche. Wie wäre es denn aber – sowohl für Kinder als auch Erwachsene – wenn wir nur einen einzigen Wunsch für Weihnachten formulieren dürften? Welchen würden wir auswählen?

Vor dieser schwierigen Entscheidung steht auch Sunny, ein einfallsreicher Junge, der viele Wünsche hat, aber weiß, dass ihm sein Vater zu Weihnachten nur einen einzigen erfüllen kann. Wie soll er sich da bloß entscheiden?

“Mehr als ein Wunsch. Eine Adventskalendergeschichte in 24 Kapiteln” von Werner Rohner und Gareth Ryans (Illustrationen). Erschienen 2023 im Verlag Freies Geistesleben. 229 S., ab 6 Jahren.

Welcher Wunsch ist der Sehnlichste?

Mit einem Tipp seines Vaters versucht er herauszufinden, welches seine größter Wunsch ist: Er streicht seit Anfang Dezember jeden Tag einen Wunsch von der Liste, so das an Weihnachten nur der sehnlichste Wunsch übrig bleiben soll. Doch auch wenn Sunny nach und nach seine Wünsche reduziert, es kommen immer wieder neue hinzu. Außerdem würde er sich auch gerne etwas für andere wünschen. Und dann sind da noch die Wünsche, die man für kein Geld der Welt kaufen kann…

Gesundheit, zum Beispiel. Aber die schreibt er nicht auf seine Wunschliste, denn die hatte er sich schon für seine Mutter gewünscht, die aber dennoch nicht gesund wurde und gestorben ist. Das Fehlen der Mutter belastet die Familie, bestehend aus Sunny, seinem Vater und seiner großen Schwester Lala, sehr. Sunny scheint diesen Verlust und all die Gefühle, die ihn oftmals überfordern, mit Essen kompensieren zu wollen, sein Vater wirkt oft traurig und geistig abwesend, während Lala sich ihrem jüngeren Bruder gegenüber oft unnahbar und verletzend verhält. Auch ihre Oma kann ihnen aufgrund der beginnenden Demenz nicht mehr den Halt geben, den die Kinder und die gesamte Familie dringend bräuchten.

Sunny hat viele Wünsche, bekommt aber nur einen einzigen zu Weihnachten erfüllt.

Doch in der Vorweihnachtszeit schafft es die Familie wieder näher aneinander zu rücken. Und das Weihnachtsfest, so chaotisch und verrückt es auch sein mag, läßt Veränderung zu. Eine Veränderung, die die Chance birgt, sich, jetzt nur noch zu dritt, ganz neu als Familie zu verstehen.

Ein Vor- oder Selbstlesebuch in 24 übersichtlichen Kapiteln mit großer Schrift, das zum Nachdenken und Miteinander reden einlädt: Über Wünsche, den Sinn des Schenkens, die Familie, Freundschaften und Verluste. Darüber, was uns wirklich wichtig ist und wie wir, auch in schwierigen Situationen miteinander umgehen wollen. Damit ist diese zarte, vorweihnachtliche Geschichte definitiv kein mitreissendes Abenteuer und auch kein “rosarotes” Weihnachtsmärchen. Vielmehr gibt es realistische Einblicke in eine Familie in der Vorweihnachtszeit, in der nicht alles gut läuft, in der aber dennoch eine Entwicklung stattfindet und ein neuer Anfang gewagt wird. Berührend, tiefsinnig und manches Mal auch urkomisch ist diese Adventskalendergeschichte mit ihrem weihnachtlich-melancholischem Stil einfach wunderschön.

Eine warmherzige Familiengeschichte, in der es nicht nur um Wünsche, sondern auch um ein Zusammenfinden geht.

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Vielen Dank, lieber Verlag Freies Geistesleben, für dieses beeindruckende und wichtige Rezensionsexemplar – Werbung (Markennennung), unbezahlt und unbeauftragt

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