Meine allerallerallererste (!) Buchempfehlung, die mich zum Buchbloggen brachte – also Buchempfehlungen aus unserem Bücherregal ins Netz stellen. Wie kam’s?

Wie so oft im Leben… durch einen kleinen Zufall: auf Vorablesenjunior durfte ich bereits vor der Veröffentlichung einer Neuerscheinung einen persönlichen Leseeindruck verfassen. 

Die Story:

Eine kleine Maus und die große Zeit. Versunken in historischen Farben wunderschöner Zeichnungen ist dieses Buch zum Selbstlesen und Vorlesen ein ganz besonderes Geschenk. Beim Lesen und Betrachten fühlt man sich plötzlich selbst ganz klein und auf Augenhöhe mit der winzigen Maus. Man spürt, was es für sie bedeuten muss, gegen die mächtige Zeit anzutreten, sie verstehen und bezwingen zu wollen. Vom Mut und von der Größe dieser kleinen Maus, möchte man sich gerne eine Scheibe abschneiden. Ein Buch, das vorne im Schrank stehen muss und sicher nie aus der Zeit fallen wird. Ich bin sehr gespannt.

E – I – N – S- T – E – I – N

… im Detail:

„E“ wie Erfinderisch:

Die Maus ist erfinderisch, die ganze Geschichte ist erfinderisch und Einstein – naja, der war ja sozusagen hauptberuflich am erfinderischsten. Als Naturwissenschaftlerin hat mich die ganze Story von Anfang an eingenommen und am Ende das Sahnehäubchen ganz und gar entzückt: Ein Anhang mit vielen tiefgehenden Details zu Albert Einsteins Werk. Ein kühner Wunsch zum Schluss: Wenn doch das ein oder andere normale Physikbuch so im Stile des Anhangs illustriert wäre, dann könnte Physik vielen Kindern und Jugendlichen glatt Spaß machen und die Angst vor der Komplexität nehmen.

„I“ wie Intelligent:

An erfrischenden Dialogen und cleveren Gedankengängen fehlt es definitiv nicht. „Wie konnte eine Maus einem Menschen eine Frage stellen? Und das, ohne dabei zu verraten, dass der Fragesteller eine Maus war?“ Während wir lesen, merken wir gar nicht, wie auch wir von der Zeit beeinflusst werden: Mal liest man den Text schneller, mal langsamer, mal betrachtet man dabei begleitend die Illustrationen. Dann manchmal stoppt er plötzlich, der Lesefluss, weil wir auf der nächsten Doppelseite für eine Zeit lang versinken in einer faszinierenden Zeichnung. 

„N“ wie Nostalgisch:

Historische Zeichnungen und in Erdfarben getauchte Illustrationen wirken beim Lesen sehr beruhigend auf das Auge. Aber die Liebe steckt durchaus im Detail. Die Zeichnungen der 80er Jahre von Computer samt Maus und Disketten genau wie die Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts lassen einen realitätsnah und doch phantasievoll in die verschiedenen Epochen eintauchen. 

„S“ wie Spannung:

Stück für Stück, mit Witz und Intelligenz gelingt es der Maus, sich zurück in die Vergangenheit vorzuarbeiten. „Sie hatte nur die Uhr zurückgedreht, aber nicht die Zeit.“ …und dann plötzlich gelingt der Zeitsprung und die Maus landet in der Vergangenheit: Wem gehört der große Futternapf?

„T“ wie Tierisch:

Maus. 

„E“ wie Einfühlsam:

In einer Parallelwelt bewegen wir Menschen uns auf Augenhöhe mit der Maus. Was uns verbindet, ist die gleiche Zeit. Letztendlich zeigt uns die Entwicklung der Maus, dass es nicht darauf ankommt, wie groß wir sind, sondern einzig darauf, dass wir an uns glauben und uns zu helfen wissen. „Und vielleicht war es die Begegnung mit einer Zeitreisenden Maus, die überhaupt erst zu einer der bahnbrechendsten Theorien über Raum und Zeit führte: Albert Einsteins Relativitätstheorie.“

„I“ wie Illustrator:

Durch den Mix aus kleinen und großen Illustrationen und unter-schiedlichen Seitenkompositionen fühlt es sich an, als würde man einen Kinofilm sehen: Es stellt sich beim Vorlesen so ein Gefühl ein, als würde das Drehbuch vor den Augen der Leser ablaufen. Der Regisseur ist Torben Kuhlmann und der Hauptdarsteller die Maus, die an der Uhr dreht. Wird es der Maus gelingen, die Zeit zu beeinflussen, um doch noch rechtzeitig zum verpassten Schweizer Käsefest zu gelangen? „Ich bin nämlich einen Tag zu spät dran und suche nun einen Weg, die Zeit zurück zu drehen.“

„N“ wie Nachschub:

Als Kind der 80er und Fan von „Zurück in die Zukunft“ haben mich die Story und die Aufmachung von Anfang an gepackt. Ich hoffe daher auf Nachschub und viele weitere Mäuseabenteuer. Wenn ich so nachdenke, würde ich mir gerne nach diesem Ausflug in die Naturwissenschaften und Physik als nächstes etwas aus der Kunstgeschichte z.B. Musik wünschen. Ich wünschte mir außerdem rückblickend, von solchen Tierhelden Geschichten – verpackt in Science Fiction – hätte es in meiner Kindheit mehr gegeben. Daher verdient dieses phantasievolle Werk zum Vor- und Mitlesen in unserem Bücherregal ab heute einen Ehrenplatz. Ich ziehe meinen Hut vor der Arbeit des Künstlers Torben Kuhlmann und schließe meine Worte für heute mit diesem Zitat von Marty ab: „Doc, Sie haben gerade Einstein aufgelöst!“

(Rezensionsexemplar – Werbung, da Markennennung)

Steckbrief:

  • EINSTEIN. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit
  • Torben Kuhlmann
  • ab 6 Jahren
  • 128 Seiten
  • erschienen September 2020
  • Nordsüd Verlag
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