Tomke gräbt

In vollkommener Selbstvergessenheit sitzt ein Kind auf dem Boden und gräbt. Gräbt und gräbt, einfach um des Grabenwillens. Und ist dabei absolut in diesem Moment, bei sich, bei dem Loch. Ein Loch, das immer tiefer wird, immer mehr vom Leben unter der Erde zeigt.

Und während Tomke weiter gräbt und gräbt, sind es die anderen, Erwachsene und Kinder, die Vermutungen darüber anstellen, was Tomke da genau macht, weshalb sie gräbt, warum sie ein so tiefes Loch buddelt.

Und so spinnt sich die Geschichten entlang der Personen, die dazukommen und Tomke beobachten, während diese einfach weiter, schweigend und ohne sich um die anderen zu scheren, immer weiter gräbt. Je tiefer Tomkes Loch wird, desto intensiver werden die Fragen und Vermutungen der Beobachter:innen, einfallsreicher die Ideen, interessanter die Annahmen. Familie und Nachbarn versuchen Tomkes Aktion einen Grund, einen Sinn zu geben, doch Tomke braucht das scheinbar am wenigsten.

„Tomke gräbt“ von Lena Hach und Julia Dürr (Illustrationen). Erschienen 2025 im Mixtvision Verlag. 32 S., ab 3 Jahre.

Im Spiel völlig vergessen …

Diese hinreißende Geschichte wird mit nur wenigen Worten erzählt, die aber ausreichen um, zusammen mit den reduzierten, aber intensiv wirkenden Bildern in gedeckten Farben, die Botschaft des Buches auf wundervolle Weise zu transportieren: Den Moment zu genießen, sich gedankenversunken mit seinem Tun zu verbinden, den Rest der Welt hinter sich zu lassen und ohne Plan einfach seiner Laune zu folgen. Und um das zu tun, was einem in diesem Moment besonders wichtig ist. Von dieser Selbstvergessenheit können sich vor allem die Erwachsenen noch eine große Scheiben abschneiden können, die das leider viel zu oft verlernt, vergessen haben.

Die bezaubaubernden Illustrationen stellen das Kind und sein Tun einfühlsam in den Mittelpunkt. Farbenfroh und doch dezent, anschaulich, aber nicht überladen tragen die Bilder die Geschichte zusammen mit dem Text ins Bewusstsein und das Herz. Und je mehr Menschen zusammen kommen, je mehr Vermutungen angestellt werden, desto voller und detaillierter werden die flächigen Bilder, die uns schon zum nächsten Abenteuer von Tomke einladen.

… während alle anderen einen Sinn hinter dem Tun suchen.

Tomke und damit natürlich auch diese wunderbare Geschichte sind echte Vorbilder in unserer hektischen, von Multitasking und zu vielen To Dos geprägten Gesellschaft: Konsequent und ohne sich von jemandem ablenken zu lassen, bleibt Tomke bei ihrem Tun. Eine Inspiration, die Klein und Groß dazu ermutigt, auch mal alles stehen und liegen zu lassen, um sich einer Sache, Aktivität, Leidenschaft zu widmen und ganz darin zu verlieren. Eine Idee dazu gibt uns Tomke übrigens am Ende der Geschichte, denn Graben ist nicht das Einzige, wofür Tomke sich (und uns) begeistern kann.

Danke, lieber Mixtvision Verlag, für dieses tolle Rezensionsexemplar – Werbung (Markennennung), unbezahlt und unbeauftragt

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