„Sommer mit Fuchs“ freut mich in dreierlei Hinsicht. Zum ersten, weil ich in diesem Jahr die Autorin Veronika Wiggert im April bei der Akademie für Kinder und Jugendliteratur in Volkach persönlich kennen lernen durfte und zum zweiten, weil sie meiner Einladung in die Bücherei Gundelsheim folgte – zu einem musikalisch-literarischen Abend rund um Mascha Kaléko, präsentiert von MUSENWUNDER. (Siehe letztes Foto) Der dritte Grund folgt am Ende meiner Rezension.
Veronika Wiggerts sommerlicher Kinderroman ist ein spannendes und berührendes Kinderbuch ab 10 Jahren, aus Sicht des fast 13jährigen Elias erzählt. Die Geschichte greift zentrale Themen wie Freundschaft, Familienzusammenhalt trotz großer Hürden, Natur und Tierschutz auf – all das in einem ganz besonderen Sommer.
Es ist ein Roman, der auch Erwachsenen beim Vor- oder Selbstlesen den Sommer verlängert – eine Reise von der Großstadt in den Schwarzwald. Und darüber ist der Protagonist Elias alles andere als begeistert. Nachdem seine alleinerziehende Mutter (vermutlich aufgrund hoher psychischer Belastung und eines Nervenzusammenbruchs) für einige Wochen ins Krankenhaus kommt, braucht die Familie einen Plan:
Elias muss bis zum nahenden Schuljahresende die Herausforderungen Home Schooling – womit sich die Zielgruppe des Romans bestens auskennt – und Digital-Detox-Landleben bewältigen. Es warten abgelegene Ferienwochen bei seiner Tante Barbara auf ihn. Die Befürchtung: Bauernhof, Aufgaben und Verantwortung, viel Natur und wenig Abwechslung.


„Ich fahre in die Hölle. Und zwar auf direktem Weg.“ Ein starker Satz für den Einstieg in Elias Geschichte und dafür, dass die Anreise als Beifahrer von Markus, Barbaras Mitarbeiter, alles andere als eine gemütliche Kutschfahrt ist. Es kommt zur ersten Begegnung:
Ein geheimnisvoller Fuchs, wie der Titel bereits verrät, entkommt Dank Elias einer tödlichen Falle. Er wurde verletzt, bleibt jedoch am Leben und taucht immer wieder auf. Elias freundet sich mit Franka an, der Tochter der Tierärztin. Beide versuchen gemeinsam mit Markus den Fuchs zu beschützen. Immer wieder führt dieses Thema zu Spannungen zwischen den Teenies und den Erwachsenen und wirft Fragen nach Recht, Tierschutz und Freiheit auf.
Besonders die sprachliche Finesse des Romans sticht immer wieder heraus. Sie ist nahe an den Teenies, ihren Erlebnissen, Selbstzweifeln und den Verbindungen zu sich selbst, zu anderen und der reinen Natur.


Es sei noch ergänzt: WLAN wächst nicht an Bäumen, aber im Kuhstall hätte ich das Netz definitiv nicht vermutet. Beste Unterhaltung mit Humor und Tiefgang garantiert. Und große Vorfreude für die Bücherei Gundelsheim, da sie sich dank des Sankt Michaelsbundes München über eine Lesung mit Veronika Wiggert in 2026 freuen darf – Dankeschön von Herzen im Namen der Bücherei Gundelsheim!
„Sommer mit Fuchs“ von Veronika Wiggert (Text) und Elsa Klever (Illustration). Erschienen 2025 bei Thienemann. 288 S., ab 10 Jahren.
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Rezensionsexemplar, Danke Thienemann Esslinger Verlag – Werbung (Markennennung), unbezahlt und unbeauftragt




