Obacht!

Steffis Leseleckerbissen

„Obacht!“

Herzlichen Glückwunsch Kerstin Hau und Stella Dreis sowie dem NordSüd Verlag!

Herausragende Bücher sind bei uns „Leseleckerbissen“ – einer kleinen Auszeichnung, mit der wir nicht nur unsere Leser*innen, sondern auch die Autor*innen und Illustrator*innen sowie Verlage überraschen möchten. Und übrigens auch uns gegenseitig, denn keiner von uns beiden weiß vorab etwas von dem wunderbaren Buch, dass die andere sich als Leseleckerbissen ausgesucht hat.

“Obacht!” – ein eindrucks- und wertvoller Leseleckerbissen!

Angst entsteht oft aus Unwissen. Fremdes scheint größer und bedrohlicher, solange wir es nur aus der Ferne betrachten, und Dinge, die wir nicht verstehen oder noch nie erlebt haben, wirken schnell beängstigend. Doch wer neugierig hinsieht und sich dem Unbekannten öffnet hat die Chance auf neues Wissen, bereichernde Erlebnisse und interessante Erfahrungen. Und darauf mit weniger Sorgen und Ängsten, sondern mehr Vertrauen und Zuversicht durchs Leben zu gehen.

Etwas Riesiges, Fremdes liegt vor der Stadt! Doch nicht genug: Das unbekannte Wesen versperrt auch noch den Weg hinein! In große Sorge und helle Aufregung versetzt sind sich die Bewohner:innen einig: Sie müssen etwas tun! Und schon werden aufgebracht und in wildem Aktionismus Ideen entwickelt und umgesetzt, um das Problem zu lösen. Mit wachsender Besorgnis wird verhüllt, errichtet und gebaut… doch die scheinbaren Lösungen bewirken immer mehr Unruhe anstatt das Problem zu beheben.

“Obacht!” von Kerstin Hau und Stella Dreis (Illustrationen). NordSüd 2026. 40 S., ab 4.

Wimpf, Wompf, Timpe-Ma und Timpe-Pa …

Inmitten dieser Aufruhr gibt es eine Figur, die erst ganz leise, später aber immer lauter werdend einen anderen – scheinbar simplen, aber doch so effektiven – Weg geht:

Mienchen, die mit Neugier, Aufgeschlossenheit und einer guten Portion Pragmatismus durchs Leben geht, besitzt den Mut und die Unbefangenheit, auf das unbekannte Wesen zuzugehen und mit ihm zu sprechen. Und siehe da: Diese tolerante und aufgeschlossene Haltung, gepaart mit ganz viel Herz und einem hohen Maß an Einfühlungsvermögen, führt nicht nur dazu, dass die Stadt wieder zugänglich ist und deren Bewohner:innen nicht mehr in Sorge und Angst leben müssen, sondern auch das Tier an seinem neuen Schlafplatz zufrieden ist und sich endlich friedlich ausruhen kann.

Die minimalistischen Illustrationen in Schwarz-Weiß sprühen, auch dank der neon-orangenen Highlights, vor Lebendigkeit und vermitteln genau die starke Dynamik, die sich auch im Aktionismus der Stadtbewohner:innen zeigt. Mit der fein nuancierten Mimik und Gestik wird die innere Welt dieser Figuren, die nicht nur humorvolle Fantasienamen tragen, sondern sich auch durch eine originelle Gestaltung auszeichnen, für die Betrachter:innen des Buches auf eindrucksvolle Weise spür- und nachvollziehbar gemacht. So wird auch über die Illustrationen die tiefsinnige Botschaft der Geschichte vermittelt: Nicht blinder Aktionismus, sondern bedachtes, umsichtiges und einfühlsames Miteinandersprechen und Handeln kann zu Ergebnissen führen, die für alle Beteiligen sinnvoll sind.

… alle wollen das große Tier vor der Stadt loswerden.

Neben den bildlich hervorgehobenen Lautmalereien, die geschickt das Zusammenspiel von Text und Bild betonen, haben bestimmte Bildausschnitte, die nur ein Teil des unbekannten Tieres darstellen, Verfremdung und Überzeichnung zum Zweck: Das fremde Wesen wirkt noch größer, rätselhafter und bedrohlicher. Doch genau dieser Eindruck wird zum Ende hin aufgelöst, und die Figuren erkennen überrascht, dass ihre Vorstellungen – ebenso wie der optische Eindruck von dem Tier – weit größer und bedrohlicher waren als die Wirklichkeit.

Ein temporeiches, auf mehreren Ebenen kluges Buch, das trotzdem augenzwinkernd und unterhaltsam ein zeitloses Thema aufgreift: Das Fremde und Unbekannte wirkt nur so lange bedrohlich, bis wir ihm mit Neugier, Mut und Offenheit im Herzen begegnen und bereit sind, es näher kennenzulernen. Dank der zeitlosen und dennoch so aktuellen Thematik – kombiniert mit feinsinnigem Witz und den meisterhaften Illustrationen – hat dieses Buch das Zeug zu einem echten Klassiker!

Doch eine der Kleinsten hat die rettende (und so einfache) Idee!

Kinderstimmen zu diesem Buch:

“Auch wenn man klein ist, kann man “Großes” bewegen.”

“Warum machen es sich die Figuren der Geschichte selbst so schwer? Statt ihr Problem unter die “Decke” zu kehren, könnten sie doch einfach mal ganz in Ruhe miteinander sprechen und sich gegenseitig zuhören.”

“Ich mag das Buch. Und das Tier ist so süß – warum regen sich die Menschen der Stadt denn nur so darüber auf?”

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Vielen Dank, lieber NordSüd Verlag, für dieses wundervolle Rezensionsexemplar – Werbung (Markennennung), unbezahlt und unbeauftragt

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