Es klopft bei Wanja in der Nacht

Jemand klopft an deine Tür. Es ist ein Hase. Er fragt dich, ob er reinkommen kann. Draußen tobt ein Schneesturm. Lässt du ihn rein? Wenig später klopft es wieder. Nun ist der Fuchs. Und nach einer Weile steht der Bär schutzsuchend vor deiner Tür. Wenn das mal gut geht…

„Es klopft bei Wanja in der Nacht“, von Tilde Michels, illustriert von Reinhard Michl, Bilderbuch ab 4 Jahren, 28 Seiten, erschienen Februar 1985 im Heinrich Ellermann Verlag.

Wanja ist ein naturverbundener, gutmütiger und etwas schrulliger Mann. Er lebt zurückgezogen im Wald. Hilfsbereit ist er auch. Denn er lässt in dieser wilden Schneenacht gleich drei Tiere in sein warmes, schutzspendendes Haus. Es ist ein spannender Aufbau. Denn mit jedem neuen Besucher springt die Geschichte zwischen Vertrauen und Misstrauen hin und her. Unsere Gefühle spielen Achterbahn.

Beim Vorlesen passieren ebenfalls spannende Dinge. Versetzt man sich in Wanja, so geht es ums Helfen und Hoffen, dass es gut ausgeht. Am nächsten Morgen könnte auch alles nur ein Traum gewesen sein?

Schlüpft man jedoch in die Rolle des kleinen Hasen, dann überwiegt das Hoffen und Bangen, ob man da lebendig wieder rauskommt. Schließlich schlafen Fuchs, Bär und Jäger ebenfalls im gleichen Raum. Aber der Ofen ist nun mal so schön warm und draußen ist es in dieser Nacht alles andere als kuschelig.

Ganz gleichgültig welche Perspektive wir einnehmen, für alle kleinen und großen Zuhörer ist es ein ganz wertvolles Bilderbuch: Jemand ist in Not – wir helfen ihm. Eine schwierige Situation liegt vor uns – wir vertrauen darauf, dass es gut ausgehen wird.

Die Illustrationen sind wunderschön, da sie sehr natürlich gehalten sind. Alles wirkt ein bisschen zerknautscht und schrullig. Und durch den Verzicht auf kindliche Verniedlichung erhält die Geschichte noch viel mehr Realität.

(Rezension, selbst gekauft – Werbung, da Markennennung)

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