Die große Wörterfabrik

Wörter als besonderes Gut. Sie werden oft einfach daher gesagt, aufgeschrieben, oder schlimmer noch – sie kommen gar nicht zum Ausdruck. Dieses liebevoll erzählte und harmonisch illustrierte Bilderbuch erfreut die Seele. Eine Portion Humor, eine Prise Schnulz und jede Menge Liebe.

„Die große Wörterfabrik“, Agnes de Lestrade und Valeria Docampo, ab 3, 40 Seiten, erschienen 2010 im Mixtvison Verlag

Der Umgang mit Worten wird bildlich auf unsere konsumorientierte Gesellschaft übertragen. Dies zeigt sich anhand von tristen Szenarien, die den Alltag der Menschen und ihren unbewussten, rücksichtslosen, verletzenden oder geizigen Konsum beschreiben. Worte werden produziert. Worte werden verkauft. Worte kann sich nicht jeder leisten.

Mit den Hauptcharakteren, die von Kindern gespielt werden, kommt die ersehnte Farbe in den grauen Alltag und damit auch eine spannende Wendung ins Spiel. Es geht um eine kleine Romanze und einen Widersacher. Da wären der sympathische Paul, die putzige Marie und eben noch Oskar. Worte spielen also eine große Rolle, um Maries Herz zu erobern? Dass Liebe auch ohne Worte und stattdessen mit einem Blick, einem Lächeln und einem Kuss wachsen kann, erzeugt einen tiefen Seufzer am Ende des Buchs. „Nochmal“.

(Rezension, selbst gekauft)

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