Ein Jugendbuch zum Thema „Reisen“ zu finden, ist uns wirklich nicht schwer gefallen. Denn hier kommt ein großartiger und tiefgründiger Coming-of-Age-Roman, der mit seinem mitreißenden Erzählstil einem nicht mehr erlaubt, dieses Buch über eine aussergewöhnliche Reise quer durch Kanada aus den Händen zu legen:

„Die beste Zeit ist am Ende der Welt“ von Sara Barnard, übersetzt von Hanna Christine Fliedner. Erschienen 2021 im Arctis Verlag. 400 S., ab 14 Jahre.

Erwachsen zu werden ist aufregend, verrückt, anstrengend, toll und schmerzhaft. So schmerzhaft, dass die Protagonistin Peyton in diesem Jugendbuch kurzerhand ihren Rucksack packt und von England nach Kanada flüchtet. Im Gepäck hat sie nicht nur das Allernötigste, sondern auch all die Erinnerungen und Erfahrungen der letzten Monate und Jahre. Die letztlich zu der Entscheidung nach Kanada zu gehen, alles hinter sich zu lassen und am liebsten alles vergessen zu wollen, geführt haben. Was passiert ist, erfährt man als Leser*in erst nach und nach – in reflektierten Rückblicken erzählt Peyton von Schule, vermeintlichen Freunden, Sehnsüchten, Familie, Mobbing und Fehlern.

So werden Peytons vergangene Erfahrungen eindrucksvoll in die aktuelle Handlung eingeflochten. Während der überstürzten Reise nach Kanada zeigt sich Peytons ganzes Gefühlschaos: Die Einsamkeit in einem fremden Land, die innere Überzeugung der Notwendigkeit dieser Reise, die Neugier auf Abenteuer, die eigenen Zweifel, aber auch die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.

Auf einem Roadtrip durch die beeindruckende Wildnis Kanadas mit neu geknüpften Freundschaften findet Peyton Stück für Stück zu sich selber und zu ihrem erwachsenen Ich. Und schafft es mit Hilfe ihrer neu entdeckten Stärke und den Menschen, die sie dabei begleiten, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und gleichzeitig an ihr altes Leben anknüpfen zu können.

Ein packender Roman, der die innere Reise und Entwicklung Peytons mit der äußeren Reise durch ein wunderschönes Land verknüpft und dadurch sensibel und gleichzeitig eindringlich die Themen Erwachsenwerden, Selbstfindung, Freundschaft, Vertrauen und Reisen aufgreift. Mit ihrer bildhaften Sprache schafft es die Geschichte nicht nur die Gefühlswelt Peytons, sondern auch die Landschaft Kanadas und die Stimmung während des Roadtrips mit all den teilnehmenden, sehr unterschiedlichen Personen geschickt zu vermitteln.

Nicht nur eine Lektüre für reisebegeisterte Teenies, sondern definitiv auch ein Buch, das erwachsene Leser*innen begeistern kann. Und außerdem 2022 für den Jugendliteraturpreis in der Kategorie Jugendjury nominiert. Viel Freude beim Schmökern!

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Vielen Dank, lieber Arctis Verlag, für dieses tolle Rezensionsexemplar! Werbung (Markennennung), unbezahlt

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