Habt ihr euch Schneeflocken oder Eiskristalle schon mal ganz genau angeschaut? Seid ihr diesen filigranen, sechseckigen gefrorenen Sternen einmal ganz nah gekommen, habt den Atmen angehalten, um diese Wunder zu betrachten? Wer sich Zeit nimmt und vielleicht sogar die Möglichkeit hat, die gefrorenen kleinen Wunder zu vergrößern, der wird aus dem Staunen nicht herauskommen, da keine Schneeflocke, kein Eiskristall dem anderen gleicht.

1885 hielt der Amerikaner Wilson Bentley mehr als 5000 Fotografien der eisigen Kristalle unter dem Mikroskop fest und ist damit der zweite Mensch, dem es gelang, dieses Naturphänomen zu dokumentieren. Von der Begeisterung Bentleys für die kristallenen, kleinen und so vergänglichen Schönheiten, von der Faszination, den Augenblick festzuhalten und sich dem Moment der Betrachtung ganz zu widmen, handelt das folgende Bilderbuch:

„Der Schneeflockensammler“ von Robert Schneider und Linda Wolfsgruber (Illustrationen). Erschienen 2020 im Verlag Jungbrunnen. 32 S., ab 5 Jahre.

Ein Geschichte mit historischem Backround.

Der kleine Wilson Bentley ist, im Gegensatz zum Rest seiner Familie, ein verträumter, sensibler Junge, der an den kleinen, für ihn besonderen Dinge in seinem Umfeld Gefallen findet. Statt bei der Arbeit auf der Farm seiner Familie mit anzupacken, beobachtet er gerne die Details von Blättern, sammelt Steine, die seine Freunde sind, oder geht seiner Faszination für Schneekristallen nach. Sein ruhiges, in sich gekehrtes Verhalten stößt vor allem bei seinem Vater auf Unverständnis und führt zu Auseinandersetzungen, während die Mutter den Jungen in seiner besonderen Art unterstützt. Als Wilson seine Passion für die Schneeflocken und -kristalle in seinen fotografischen Werken öffentlich zeigt, kann sein Vater den Wert und die Besonderheit der kleinen Dinge und Details erkennen, trotz des Unverständnis, das ihm von allen Seiten entgegen schlägt.

Der Fokus liegt auf den Details.

Mit dieser poetischen Geschichte, die ganz leise Klänge anschlägt und doch eine große Botschaft in sich trägt, adaptiert Schneider das, was auch seinem Protagonisten Wilson gelingt: Mit den Details, der ruhigen, leisen Art, dem Fokus auf das Kleine den Zauber des Augenblicks einzufangen, das Besondere hervorzuheben und so Momente und Vergängliches festzuhalten.

Ein träumerisches Buch über besondere Momente.

Der ruhige Erzählstil findet sich in den leisen Illustrationen wieder, in denen die Farbe Blau dominiert. Durch die klare und lineare Gestaltung wird Wilson’s Liebe zu Details hervorgehoben, während blaue Hintergründe, Spritztechnik und großflächige Zeichnungen nicht nur an Schnee und Eis erinnern, sondern auch Klarheit und Ruhe vermitteln. Und außerdem als Farbe mit Sanftmut, Sensibilität und Vertrauen verbunden wird.

Eine träumerische Geschichte, die uns die Augen öffnen kann für die Freude an den kleinen Dingen des Lebens. Und an den Wundern der Natur.

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Rezension – Werbung (Markennennung), unbezahlt

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