Der große schwarze Vogel

Verlust: Bücherdrei – ein Thema, drei Bücher

Zum Schluss unseres Bücherdrei zum Thema Verlust das Jugendbuch, das wir auch Erwachsenen sehr ans Herz legen:

Die eigene Mutter oder den eigenen Vater zu verlieren, ist für Kinder undenkbar. Und dennoch passiert ist: Durch einen Unfall oder eine Krankheit sind Kinder plötzlich Waisen oder Halbwaisen und können im ersten Schick oftmals gar nicht verstehen, was da gerade passiert. Die Trauer um die verstorbene Mutter oder den Vater wird sie von nun auf unterschiedlichen Ebenen, mit unterschiedlicher Intensität ihr Leben lang begleiten.

Stefanie Höfler erzählt in ihrem Jugendroman „Der große schwarze Vogel“ sensibel und authentisch

„wie man damit klarkommt. Oder wie man eben nicht damit klarkommt.“

„Der große schwarze Vogel“ (S. 15)

wenn die eigene Mutter stirbt.

„Der große schwarze Vogel“ von Stefanie Höfler. Erschienen 2019 im Beltz & Gelberg Verlag. 182 S., ab 12 Jahre (ebenso für Erwachsene zu empfehlen).

Der 14jährige Ich-Erzähler Ben, sein kleiner Bruder und sein Vater gehen mit dem plötzlichen Schicksalsschlag, die Mutter und Frau so unerwartet verloren zu haben, sehr unterschiedlich um: Von Angst, Wut und Trauer über In-sich-gekehrt sein, Resignation und Leere bis hin zu Aktivität, der Suche nach Nähe und Gesprächen werden viele Facetten der Trauerarbeit angesprochen. Besonders in seiner Klassenkameradin Lina, die ein ähnliches Schicksal teilt, kann Ben sich öffnen und erlebt nicht nur erste zarte Liebesgefühle, sondern auch, dass es in dem erlebten Drama eine Perspektive geben kann.

Höfler zeigt dabei in einem gelungenen Perspektivwechsel zwischen Davor, Jetzt und Danach auf, welchen Folgen und Veränderungen der Tod eines nahestehenden Menschen mit sich bringen, aber auch, dass nicht nur der Verlust, sondern auch die Erinnerungen zentral für die Trauer sind. So schafft Höfler eine stimmige Verbindung zwischen Trauer und Hoffnung, bei der Tod und Leben, Vergangenheit und Zukunft nebeneinander einen Platz haben dürfen.

Warum hat uns dieses Jugendbuch überzeugt?

  • Ein einmaliges Jugendbuch, dass authentisch und sensibel auf den Tod eines Elternteils eingeht
  • Die berührende Geschichte liest sich leicht und vermittelt dennoch so gut die Gefühle der Protagonisten zwischen Schock und Alltag

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019
Kranichsteiner Jugendliteratur Stipendium 2019 (Deutscher Literaturfonds und Arbeitskreis für Jugendliteratur)
IBBY Honour List 2020
Die besten 7 Bücher für junge Leser (Deutschlandfunk), Oktober 2018
Empfehlungsliste Evangelischer Buchpreis 2019
Empfehlungsliste Die Silberne Feder 2019 (Deutscher Ärztinnenbund)

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Rezension, ausgeliehen – Werbung (Markennennung), unbekannt

Bildrechte: Beltz & Gelberg Verlag


Weitere Empfehlungen zum Thema Verlust:

„Füchslein in der Kiste“ – das Bilderbuch zum Vorlesen für kleinere Kinder.

„Was mach ich nur mit meiner Trauer?“ – das Kindersachbuch zum Vor- und Selberlesen für größere Kinder.

Zu unserem Monatsthema stellen wir euch unser Bücherdrei vor – ein Bilderbuch, ein Kinderbuch und ein Jugendbuch, dieses Mal zum Thema „Verlust, Tod und Trauer“.

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