Albert will lesen

Wer lesen möchte, freut sich meistens darauf, sich mit seinem Buch in ein ruhiges, gemütliches Eckchen zurückzuziehen, um sich in das Buch zu vertiefen. So geht auch Albert, der in seinem turbulenten Zuhause vergeblich einen solchen Platz sucht. Deshalb geht er nach draußen, um dort zu lesen. Tatsächlich entdeckt Albert einen ruhigen Ort: Ein kahler Hinterhof mit allerlei Gerümpel, aber ohne Menschen und ohne Lärm. Ein alter Stuhl und das gerahmte Bild von einem Sonnenuntergang am Meer machen diesen Hof für Albert zu einem wunderbaren Fleck zum Lesen. Wie selber bei Sonnenuntergang am Meer zu sein.

„Albert will lesen“ von Isabelle Arsenault, übersetzt von Anna Schaub. Erschienen 2020 im NordSüd Verlag. 48 S., ab 4 Jahren.

Doch kaum träumt er sich an den Strand und will zu lesen beginnen, wird seine Ruhe gestört – zwei Mädchen wollen gärtnern. Dann kommt sein Freund und will mit ihm Badminton spielen, kurz danach ein Mädchen mit einem Puppenwagen. Alle möchten Albert in ihr Spiel miteinbeziehen, obwohl er nur in Ruhe lesen möchte. Keiner hört Alberts freundliche Ablehnung, keiner achtet auf sein Bedürfnis. Auch in seiner Vorstellung füllt sich sein Strand immer mehr mit Kindern. Als dann zwei Jungen kommen, einer mit Musik, einer mit dem Skateboard und der Federball sein Strandbild trifft, ist es vorbei mit Alberts Geduld und Verständnis – lautstark macht Albert seinen Unmut kund. Er will doch einfach nur Ruhe haben, um zu lesen! Erschrocken ziehen sich seine fröhlich spielenden Freunde zurück und verlassen geknickt den Hinterhof. Albert genießt die sofort einkehrende Ruhe bis diese durch erneute Geräusche gestört werden. Seine Freunde kommen zurück und finden eine Lösung, wie sie alle zusammen Spaß haben können.

Die wunderbar in Comicform gestaltete Geschichte ist nicht nur eine Hommage an das Lesen und die Liebe zu Büchern, sondern auch an die Freundschaft. Mit farbreduzierten und dennoch ausdruckstarken, kräftigen Bildern in schwarz-weiß-grau, türkis und orange, die vor allem die Figuren in den Mittelpunkt rücken, lautmalerischen Geräuschen und nur wenigen Sätzen in Sprechblasen schafft es die Autorin und Illustratorin auszudrücken, wie stark das Lesebedürfnis sein kann, wie Bücher und die eigene Fantasie neue Welten eröffnen und es Albert schafft, seine Freunde mit seiner Leseleidenschaft anzustecken.

Warum hat uns dieses Bilderbuch überzeugt?

  • Ein ganz zauberhaftes Bilderbuch mit starken Aussagen, ohne viele Worte zu machen: Lesen ist ein Bedürfnis, bereitet Vergnügen (wenn man die nötige Ruhe dazu hat ;-)) und kann Menschen miteinander verbinden.
  • Und zu guter Letzt, dass die eigene Vorstellung es möglich macht, sich an seinen Lieblingsort zu träumen.

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Rezensionsexemplar – Werbung (Markennennung), unbezahlt

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